Zusammenfassung der Kapitel 1 bis 13 von Auf Buddhas Kopf
1. Hintergrund und Aufbruch: Der Bruch mit dem Westen
Im Jahr 1972 verlassen zwei junge Franzosen, der Erzähler und sein Freund Pierre, ein erstickendes Europa, das noch immer von den Nachwirkungen des Mai 68 und autoritären Regimes (De Gaulle, Pompidou, griechische und türkische Diktaturen) geprägt ist. Ihre Reise nach Asien ist eine Flucht: eine Ablehnung der Konsumgesellschaft, der politischen Ideologien (Kapitalismus, Stalinismus) und eine Suche nach absoluter Freiheit. Ihre Route, inspiriert von der Beat-Generation und den Rucksacktouristen des Hippie Trail, führt sie von Jugoslawien über die Türkei und den Iran nach Afghanistan und Pakistan .
2. Osteuropa und die Türkei: Erste Enttäuschungen
- Jugoslawien: Sie durchqueren ein Land, in dem Titos „selbstverwalteter” Sozialismus neben dem kapitalistischen Tourismus an der Adriaküste existiert.
- Türkei: In Istanbul erleben sie einen sofortigen Kulturschock. Die laute und chaotische Stadt ist eine Mischung aus Modernität und Traditionen. Dort entdecken sie den Pudding Shop, das Epizentrum des Hippie Trail, wo sich Drogenabhängige, Abenteurer und Spione treffen.
3. Iran: Zwischen Modernität und Unterdrückung
- Teheran: Eine Stadt im Umbruch unter dem Schah, in der westlich geprägte junge Menschen (Mädchen in Miniröcken, von Europa faszinierte Jungen) und politische Unterdrückung (Geheimpolizei SAVAK) nebeneinander existieren. Sie wohnen im Hotel Bagdhad, einem Treffpunkt für und Freaks auf der Durchreise.
- Mashhad: Heilige Stadt der Schiiten, Opium und Hinrichtungen von „Terroristen”
4. Afghanistan: Schock und Ekstase
- Grenze von Islam Qala: Übergang in eine andere Welt, mittelalterlich und anarchisch. Die afghanischen Zöllner in ihren Lumpen scheinen ihnen wie Figuren aus einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Der Erzähler beschreibt ein Gefühl der Zeitreise (1392 AH).
- Herat: Eine ruhige Handwerksstadt, in der sie Chiloms (Haschischpfeifen) und traditionelle Kleidung kaufen. Die Chaikana (Teehaus) wird zu einem Ort kollektiver Trance, wo Musik, Sufi-Tanz und Haschisch sie in einen Zustand gemeinsamer Gnade mit den Afghanen versetzen.
- Kabul: Die Chicken Street ist das Viertel der Freaks, wo sie mit Junkies und Reisenden zusammenkommen. Die extreme Armut (verstümmelte Bettler, sterbende Kinder) empört sie, aber sie versinken in einem permanenten Rausch und fliehen vor der Realität.
- Bâmiyân: Höhepunkt der Reise. Die in die Felswand gehauenen Großen Buddhas faszinieren sie trotz ihrer zerstörten Gesichter. Sie klettern auf den Kopf des Großen Buddhas, um dort einen Chilom zu rauchen, ein Moment absoluter Ekstase („der Große Flash“). Das unberührte und friedliche Tal bietet ihnen eine Auszeit außerhalb der Zeit.
- Band-e Amir: Türkisfarbene Seen und weiße Klippen, beschrieben als irdisches Paradies. Dort leben sie wie Einsiedler, angeln, rauchen und betrachten die Sterne. Aber ein alter Afghane erinnert sie an den Hass gegen Israel (Vorahnung der kommenden Konflikte), und eine plötzliche Flut zwingt sie zur Flucht.
5. Pakistan: Zwischen verzauberten Tälern und Fanatismus
- Peshawar: Grenzstadt voller Junkies, die durch den indisch-pakistanischen Krieg festsitzen. Dort befreien sie ein in Kabul gekauftes Fuchsjunges, bevor sie sich in das Swat-Tal begeben.
- Swat und Matiltan: Bergige Region, die als „pakistanische Schweiz” beschrieben wird. In Matiltan mieten sie ein einfaches Zimmer und leben im Rhythmus der täglichen Aufgaben. Der Erzähler wird krank und seine Wahnvorstellungen offenbaren eine poetische Selbstbeobachtung. Die Schönheit der Landschaften steht im Kontrast zum aufkommenden islamischen Fanatismus.
- Quetta und Belutschistan: Durchquerung der Wüste mit dem Bus, wo Durst und Hitze sie erschöpfen. Ein Vorfall veranschaulicht die religiösen Spannungen. Die iranische Grenze markiert einen Schock: auf der einen Seite das pakistanische Chaos, auf der anderen Seite die geordnete Gesellschaft des Iran des Schahs.
6. Die Rückkehr: Das Ende des Traums
- Türkei und Europa: Der Zug Van Gölü Ekspresi bringt ihn zurück in den Westen. In Istanbul erscheint ihm der Pudding Shop als schmutzig, ein Symbol für eine Reise, die sich dem Ende zuneigt.
- Deutschland: Der Erzähler desertiert aus der französischen Armee und lässt sich in Deutschland nieder, wo er in Abwesenheit zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wird (1981 begnadigt). Sein Freund Pierre kehrt in die Schweiz zurück, erkrankt jedoch später an Korsakoff-Syndrom (aufgrund von Alkohol- und Drogenmissbrauch) und verliert sein Gedächtnis.
Zentrale Themen:
- Die Suche nach Freiheit:
- Drogen:
- Haschisch und Opium als Ekstase- und Fluchtmittel.
- Die Junkie-Kultur: Selbstzerstörung und Verzweiflung.
- Der Kampf der Kulturen:
- Gegensatz zwischen Moderne und Tradition
- Religiöser Fanatismus
- Unterdrückung der Frauen
Zusammenfassung:
Eine Odyssee durch das Asien der 1970er Jahre, zwischen Ekstase und Desillusionierung, wo das Streben nach Freiheit auf die Realität von Kriegen, Fanatismus und Zerstörung trifft. Ein poetisches und politisches Zeugnis, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet und daran erinnert, dass der Kampf für eine bessere Welt niemals vorbei ist.