Kabul die Verrückte
Kaboul
Eine mythische und verheerende Etappe auf dem Weg nach Kathmandu, wo kollektiver Rausch und Elend in mittelalterlicher Kulisse aufeinandertreffen. Wir übernachten in einem einfachen Hotel in der Chicken Street, wo sich westliche Freaks versammeln, um ununterbrochen Afghan Noir zu rauchen, ein starkes Haschisch, das die Wahrnehmung von Zeit und Realität verändert. Die Stadt, die sich in ein modernes Zentrum und handwerkliche Gassen teilt, offenbart extreme Armut: verkrüppelte Bettler, Kinder, die Touristen belästigen, und Nomaden, die im ausgetrockneten Flussbett des Kabul campen.

Illegale Drogenhöhlen wie die, die in der Nähe der Post entdeckt wurde, bieten intensive halluzinogene Erlebnisse, aber die allgegenwärtige Präsenz der Junkies – darunter Claude, ein ehemaliger Weggefährte, der nun heroinabhängig ist, und Estelle, eine 16-jährige Ausreißerin auf dem Weg in die Selbstzerstörung – stürzt mich in verzweifelte Empörung.

Die Szenen kollektiver Rauschzustände zwischen riesigen Wasserpfeifen und hypnotischer Musik stehen im Kontrast zum Schrecken der von Drogen zerstörten Körper und symbolisieren den „kollektiven Selbstmord einer verlorenen Generation”.


Die Atmosphäre wird drückend. Die Straßen, übersät mit Dealern und drogenabhängigen Menschen, verwandeln Kabul in ein „Massengrab“, in dem der Idealismus der Anfänge einer ohnmächtigen Wut weicht.

Die Abreise nach Bamiyan, um die Großen Buddhas zu sehen, ist ein Versuch, unserer Reise einen Sinn zu geben, der über den bloßen Drogenkonsum hinausgeht.