Ci-Git-le-Cœur

1958 ziehen Ginsberg, Corso und Burroughs ins Beat Hotel (9 rue Git-le-Cœur, Paris), eine Zufluchtsstätte für Außenseiter, wo sie mit literarischen Geistern und Avantgardisten in Kontakt kommen. Ginsberg, inspiriert von den Pariser Friedhöfen und Breton, schreibt dort Kaddish. Jean-Jacques Lebel führt sie in die Pariser Underground-Szene ein: Begegnung mit Tzara, Duchamp, Michaux und heimliches Anhören von Artauds Pour en finir avec le jugement de dieu – eine Offenbarung, die McClure, Leary und das Living Theatre beeinflussen wird. Corso komponierte dort Bomb, Burroughs und Gysin erfanden das Cut-up und die Dreamachine, während der dadaistische und psychedelische Geist des Ortes den Rock (Soft Machine, Doors, Patti Smith) ansteckte. Das Hotel schloss 1963, aber sein Erbe – eine Mischung aus Drogen, radikaler Poesie und Rebellion – blieb bestehen, von Kerouac über Bowie bis hin zu den Punks und Neosurrealisten. Paris wurde zum Schmelztiegel, in dem Beats, Surrealisten und die zukünftige Gegenkultur verschmolzen.

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