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Afghanistan, einst ein Land der Freiheit und Spiritualität (Bamiyan, Band-e Amir), ist zu einem Trümmerfeld geworden: Die Buddhas wurden 2001 von den Taliban gesprengt, Kabul wurde 2021 ohne Widerstand zurückerobert, und die afghanischen Frauen wurden erneut zum Schweigen gebracht. Die Hoffnungen, die Persönlichkeiten wie Malala Yousafzai (Friedensnobelpreisträgerin) oder die Widerstandskämpfer des Panchir wecken, stehen im Kontrast zur Realität eines Landes, das Kriegsherren und Schmugglern ausgeliefert ist und in dem die Taliban nun buddhistische Relikte an Sammler verkaufen.

In Pakistan wurde das Swat-Tal, sein „verlorenes Paradies“, von den Taliban besetzt, während Quetta, einst eine Provinzstadt, zu einem Zufluchtsort für Flüchtlinge und Schmuggler geworden ist, wo saudische Madrasas eine Jugend ohne Zukunft indoktrinieren. Die Geschichte von Asia Bibi, die wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wurde, nachdem sie aus einem „muslimischen” Brunnen getrunken hatte, hallt wie ein unheimliches Echo seines eigenen Vorfalls in der Belutschen-Wüste nach – eine Erinnerung daran, dass Fremdenfeindlichkeit und religiöse Intoleranz dort systematisch geworden sind.

Der Iran, wo er 1972 junge Menschen getroffen hatte, die sich nach Freiheit sehnten, wird heute vom Regime der Mullahs unterdrückt, wo Frauen vor ihrer Hinrichtung inhaftiert oder vergewaltigt werden, wie Manoocher Deghati in seinem Bericht über das Evin-Gefängnis offenbart. Die iranischen Exilanten, mit denen er in Deutschland zusammenkommt, vertrauen ihm ihre Sehnsucht nach einem vorrevolutionären „goldenen Zeitalter“ an, während er seine eigene damalige Naivität hinterfragt: Er, der davon träumte, den Schah zu stürzen, sieht heute die verheerenden Folgen dieser Revolutionen.

Ich schwanke zwischen Wut (gegen den amerikanischen Imperialismus, die Gleichgültigkeit Europas, die Feigheit der afghanischen Männer, die ihre Frauen im Stich lassen) und Verzweiflung (angesichts der Zerstörung buddhistischer Stätten, der Kommerzialisierung von Reliquien, der Talibanisierung Pakistans). Dennoch gibt es dank des Widerstands der Exilanten – Farzad, Navid, Maryam – einen Hoffnungsschimmer. Diese „freien Geister” bauen sich im Westen ein neues Leben auf, bleiben aber dennoch mit ihrer Heimat verbunden.

Epilog

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